Die Geschichte der getrennten Wege von Elena Ferrante | Buchbesprechung

21 Januar 2018

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Es sind die turbulenten siebziger Jahre und die beiden inzwischen erwachsene Frauen. Lila ist Mutter geworden und hat sich befreit und alles hingeworfen – den Wohlstand, ihre Ehe, ihren neuen Namen – und arbeitet unter entwürdigenden Bedingungen in einer Fabrik. Elena hat ihr altes neapolitanisches Viertel hinter sich gelassen, das Studium beendet und ihren ersten Roman veröffentlicht. Als sie in eine angesehene norditalienische Familie einheiratet und ihrerseits ein Kind bekommt, hält sie ihren gesellschaftlichen Aufstieg für vollendet. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie ständig an Grenzen gerät.


Ganze Welten trennen die Freundinnen, doch gerade in diesen schwierigen Jahren sind sie füreinander da, die Nähe, die sie verbindet, scheint unverbrüchlich. Würde da nur nicht die langjährige Konkurrenz um einen bestimmten Mann immer deutlicher zutage treten.



Ich muss zugeben, es ist bereits einige Zeit her, seit ich diesen dritten Band gelesen habe, aber dennoch wollte ich eine Rezension dazu schreiben, aus dem einfachen Grund, weil es ein wahnsinnig gutes Buch ist, das mir noch immer viel Freude macht, wenn ich daran denke. In meinem Post über die ersten zwei Bände dieser Reihe (hier kommt ihr dazu), habt ihr bereits gemerkt, dass ich ein grosser Fan von Elena Ferrante geworden bin und das bin ich noch immer. Der dritte Band hat mir bisher am besten gefallen, die Charaktere sind mir richtig ans Herz gewachsen, es schien mir beim Lesen, als würde ich sie schon Ewigkeiten kennen und als wären sie gute Freunde geworden. Die Autorin hat es geschafft, dass ich mich fühlte, als wäre ich selber ein Teil der Geschichte. Wir befinden uns in diesem Teil der langen Geschichte in den turbulenten siebziger Jahren, es wird also sehr politisch. Diese Zeit interessiert und fasziniert mich sowieso schon seit längerem, deshalb war es zusätzlich grossartig, auf diesem Weg mehr davon zu erfahren. Kleine Revolutionen in ganz Italien, ausgehend von den unterschiedlichsten Schichten der Gesellschaft, auf die verschiedensten Arten, alles hängt zusammen und ist super aufregend. Lila und Elena gehen ihre eigenen Wege und wir als Leser begleiten sie gerne dabei. Was ich sehr speziell an der Geschichte finde ist, dass mir keine der beiden Charaktere durch und durch sympathisch ist und ich glaube gerade das macht das Buch so gut. Wir kennen ihre Fehler, wir kennen alle ihre Gedanken und bleiben ihnen trotzdem treu, auch wenn wir merken, dass nicht alles gut ist, was sie machen. Es wird richtig authentisch und ich konnte eine sehr starke emotionale Bindung aufbauen. Das Buch habe ich in den Herbstferien gelesen, also Ende Oktober. Den Post hier verfasse ich im Dezember und ich merke, wie ein gewisses Gefühl von Wehmut in mir aufkeimt, ich vermisse das Lesen dieses Buches, schon jetzt bin ich total gespannt auf den vierten und letzten Teil dieser Reihe. Als ich dort in den Herbstferien war konnte ich mich aber auch zu hundert Prozent auf die Geschichte einlassen, ich war in Italien selbst, ganz in der Nähe des Rione, ich habe das Strassenitalienisch gehört, ich habe die Landschaft gesehen, die Sonne gespürt, ich war am Meer, es hat einfach alles perfekt in die Atmosphäre gepasst und das war wunderschön. Ich könnte noch so viel sagen zu dem Buch, es löst in mir so viele Gedanken aus, so viele Gefühle und Emotionen, die man allerdings selber spüren lernen muss. Elena Ferrante schreibt kein Buch, das eine spezielle Krise anspricht, oder sonst was, sie schreibt ein Buch über das Leben. Ich habe so viel gelernt, es war eine wunderschöne Lesereise und ich lege euch ganz fest ans Herz euch etwas Zeit zu nehmen und in diese Geschichte einzutauchen, man muss sich darauf einlassen und dann ist man auch schon verfallen... 



Kommentare
  1. Wow, du machst mir Mut. Mir hat der zweite Band nämlich nicht mehr ganz so gut gefallen, wie der erste und nun liegt der dritte schon so viele Monate hier und wartet auf seinen großen Auftritt. Da du ihn jetzt als den für dich bisher stärksten bezeichnest, ist er in meiner Bald-zu-lesen-Liste wieder etwas nach oben gerutscht. Ich hoffe, er gefällt mir dann genauso gut, denn die Reihe hat wirklich stark begonnen und ich will schon sehr gern wissen, wie es mit den beiden Freundinnen weitergeht. Danke also für diese motivierenden Worte ;)

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    1. Hallo! Das freut mich, ich hoffe, ich es wird dich nicht enttäuschen! Mir gefiel eben vor allem auch der revolutionäre und politische Aspekt. Schönen Abend!

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