Liebe Chimamanda Ngozi Adichie | Liebe Ijaewele | Buchbesprechung

26 März 2017

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Liebe Chimamanda Ngozi Adichie,

ich weiss, wie viele Privilegien ich habe, und ich schätze sie unendlich. Dennoch leben wir in Zeiten, für die ich mich schäme. Jetzt, aber auch später, wenn vielleicht meine Enkelkinder lernen, wen wir gewählt haben. Ich weiss auch, dass ich noch jung bin, mich noch stark bilden und noch viel protestieren kann, aber ich stelle mir in letzter Zeit immer wieder eine Frage: Möchte ich Kinder in eine solche Welt, in der wir leben, setzen? Und natürlich kenne ich keine Antwort darauf, werde es wohl auch nie wissen. Aber hätte ich ein Kind, würde ich es mehr als alles lieben. Denn auch wenn es so offensichtlich und gar nicht wortwörtlich einer Deiner Vorschläge ist, ist dies für mich die Grundaussage Deines Buches/Briefs. Liebe. Liebe wird immer stärker sein als Hass.
Deswegen schreibst Du auch einen Brief an Deine Freundin Ijaewele, gleichzeitig aber auch einen Brief an die Menschheit: weil Du sie liebst. Ich glaube wohl genauso stark wie du, dass es endlose unglaubliche Menschen da draussen gibt, die auch lieben, kämpfen und grossartige Ideen haben und tolles (er)schaffen, die sich auch eine bessere Welt wünschen, die ihre Kindern aufzuziehen, um wiederum solch liebende Menschen aus ihnen zu machen. Ohne, dass diese in erster Linie - oder in irgendeiner Linie - ihrem Geschlecht nachkommen müssen. Sie sollen sich entfalten können, exakt so, wie sie sind. Das wollen diese Menschen wohl für ihre Kindern, und sie wollen ihnen die Welt schenken. Ja, die Welt ist schlimm momentan, und somit wirkt das Geschenk klein, aber sie ist mit der Liebe das einzige, was wir wirklich verschenken können. Und glücklicherweise steckt sie voller Möglichkeiten. Genau das ist ja der Grund, weshalb es Menschen wie Dich gibt, welche ihre Stimme erheben und etwas kreieren. Bestimmt - hoffentlich - wird mein Kind irgendwann eloquent, künstlerisch oder musikalisch begabt sein. Das Wichtigste ist mir jedoch, dass es selbstbestimmt wir und seinen Weg durch die bestimmte immer noch nicht bloss blumige Welt finden wird. 
Mit Deinem Buch und Deinen Büchern lernst Du mich, eine bessere Feministin zu sein, sagte ich oft zu interessierten Menschen. 
Aber das ist nicht wahr. Du lehrst mich, eine bessere Person zu sein. Und dafür möchte ich Dir aus ganzem, vollem Herzen danken. Gerade auch, weil Du das für noch so viele andere tust, ihnen eine Stimme schenkst und sie an die Welt glauben lässt. Du hast uns spätestens mit Deiner letzten Veröffentlichung ganz praktisch gezeigt, wo jeder Mensch Sexismus verinnerlicht hat und wie wir damit umgehen können. Denn jeder Mensch wird nicht nur mit Liebe geboren, sondern auch einem Fünkchen Hass. Aber das ist vollkommen richtig so, denn durch den Hass lernen wir die Liebe doppelt schätzen. Und wir können aus ihm ein Feuer entfachten und dieses ein einziges Mal einsetzen, um die zu ersticken, welche Hass verbreiten. Lass uns Liebe verteilen, wie Du es tust. Mit Dir. Und unseren Liebsten. Und unseren Kindern.


danke

Alles Liebe,
Mara Luna
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