m ä r z

Der März kam und verging superschnell, mit ihm das gute Wetter, mal war es warm und der Frühling wurde eingeläutet, dann kam die bittere Enttäuschung gemeinsam mit der Kälte zurück. Es war ein Monat in dem viel passierte und Gefühlsduseleien grossgeschrieben wurden, ausgelöst durch gute Freunde, gute Bücher, gute Musik, gute Filme und gute Ausstellungen. Über die letzten vier möchte ich euch nun berichten.

die Bücher


love x style x life von Garance Doré
Dieses Lifestylebuch sorgte anfangs Monat für Furore, ich sah es oft besprochen und in den Himmel hoch gelobt. Mir selbst gefiel es dann aber tatsächlich nicht wahnsinnig gut - ich habe mir etwas anderes vorgestellt und war von der Oberflächlichkeit, die das Thema auch ausstrahlt und welche genauso umgesetzt wurde, überrascht. Trotzdem gab es auch viele Stellen und Details, neben dem schlicht-schönen Layout, die mir gut gefielen. [3/5] hier rezensiert

Meine wundervolle Buchhandlung von Petra Hartlieb
Tatsächlich verbrachte ich kurz vor dem März eine geraume Zeit in einer Buchhandlung, um dort auszuhelfen und ein bisschen ins Berufsleben reinzuschnuppern, etwas,  was mir im Gymnasium sonst nicht möglich wäre. Irgendwie verstand mich Petra Hartlieb mir ihrem Roman. Sie schildert von schön bis unglaublich doofblödnervigstressig alle Situationen, die sie mit ihrer eigenen Buchhandlung erlebt und packte mich tatsächlich mit dieser Geschichte. [4.25/5] hier rezensiert

Wir kommen von Ronja von Rönne
Rönnes Roman hingegen enttäuschte mich, mehr noch, langweilte mich. Zu Anfang empfand ich ihn als gut, aber die wehleidigen und selbstsüchtigen Charaktere ohne Verantwortung, die ich als unrealistisch und stark überzeichnet empfand, liessen meine Meinung schnell kippen. Mir fehlte sehr viel und Polygamie beispielsweise machte das leider auch nicht wett. Tatsächlich empfand ich einige ihrer Ansätze als spannend, diese Spannung entfiel aber nach der mangelnden Umsetzung. [2.5/5] hier rezensiert

Und ein ganzes Jahr sowie Und noch eine Nacht von Gayle Forman
Gayle Formans neue Dilogie hat mir ausgesprochen gut gefallen. Den ersten Teil verschlang ich bereits im Dezember und ein Wiedersehen mit den liebgewonnenen Charakteren konnte ich gar nicht mehr abwarten. So war ich unendlich froh, als der zweite Teil bei mir eintrudelte. Nach dessen beenden gab es noch ein kleines eBook als Extra dazu, wofür ich über meinen Schatten sprang und mich dieser für mich ungeliebten Methode widmete. [5/5 und 4/5] hier rezensiert

...das heisst [Statistik]
5 Bücher,
5 davon deutsch

1100 Seiten,
demnach 35.5 Seiten pro Tag 

durchschnittlich 3.75 bewertet

die Filme

 

Mustang von Deniz Gamze Ergüven
Mustang erzählt die Geschichte fünf türkischer Schwestern, welche in einem kleinen Dorf die Natur und das damit verbundene Leben geniessen. Hier waren bildnerische Landschaften und, Schnitt, lachende Gesichter zu sehen. Bis dies nicht mehr so weiter geht, beschlossen von ihrem Onkel und ihrer Grossmutter. Nach und nach werden die Mädchen durch Einbusse ihrer Selbstbestimmung und ihrer Freiheit, sogar ihrem Leben zwangsverheiratet. 
Anders als 'Köpek', welchen ich im Februar sah und auch mehrere Leben in der Türkei verfolgt, kommt die Kritik an der momentanen Regierung deutlicher zur Geltung, wenn auch immer noch sehr subtil in der direkten Anspielung. So hört man Erdogans Worte, dass Frauen öffentlich weder zu reden noch zu lachen haben. Ein wahnsinnig mutiger Film, welcher mich zutiefst rührte. Er schlitterte haarnah an einem Oscar vorbei. 

Room von Lenny Abrahamson
Kurz vor Ende des Monats zog es mich am Ostersonntag noch in Room. Daran schuld war die Tatsache, dass der Film in Arthouse Kinos läuft. Zuerst stempelte ich den Film aufgrund des Plakats als oberflächlich ab, nahm an, er wurde im bösen Hollywood gedreht und überhaupt nervt es mich immer, wenn solche grosse Zitate unbedingt zuvorderst stehen müssen, noch grösser abgedruckt.
Doch tatsächlich ist der (übrigens kanadisch-irische) Produktion ein grossartiger Film gelungen. Die Rollen waren absolut grandios besetzt, aber noch besser gefiel mir das Drehbuch, welches von der Autorin selbst stammt (auch hier ist diese Tatsache wohl nicht ganz unschuldig). 
Sorgfältig und behutsam wird diese Geschichte erzählt. Und keinesfalls schwarz-weiss. So ist der Entführer nicht durch und durch böse und gewalttätig (sondern ein Psychopath) und Room tatsächlich auch ein wunderschöner Ort, eine geliebte Heimat. Kann ich nur empfehlen. 

Hier meine Frage; mögt ihr in Zukunft Filmbesprechungen von mir lesen?

die Musik


    

Not To Disappear von Daughter
Daughter zeigen sich in ihrem neustem Album von einer völlig anderen Seite, hier wird viel elektronischer gearbeitet und daran fand ich enorm Gefallen. Denn die Melancholie bleibt stecken und wird durch Elenas Stimme auch weitergetragen. Und, wie wir es von Daughter gewöhnt sind, ist einfach alles wahnsinnig gut gemacht. Das Konzert habe ich im Februar leider verpasst. 
Hörenswert: Alone / With you [B1], No Care [B2]

LP1 von FKA Twigs
FKA Twigs konnte mich bisher mit ihren Songs auf LP1 am meisten überzeugen.  Es ist eine neue Musikrichtung, an die ich mich mit ihr gewagt habe. Und ich liebe sie. Genauso wie FKA Twigs. Ihre Musik, vielmehr aber auch ihre Stimmung, fesselt mich und zwingt mich zum zuhören. Ausserdem ist es auch mal gut, dass der Gesang so ungewöhnlich ist, dass er mir die Sprache verschlägt, sprich, ich nicht mitsinge.
Hörenswert: Two Weeks [A3] - Pendulum [A5]


Konzert: ZAZ 
Diesen Monat sah ich ZAZ live, was ein Muss für all ihre 'Fans' ist. Sie ist solch ein quirliger und liebenswürdiger Mensch, welchen man einfach umarmen möchte. Das Konzert war grösser als ich erwartet habe und die Inszenierung, etwas, was ich normalerweise hasse (ich gehe an ein Konzert, um eine Person live singen und performen zu hören, um ihre nahe zu sein anstatt eine ausgereifte und sich immer gleichende Bühnenshow zu sehen, welche eh von anderen Personen stammt, nein, das mag ich nicht...), war unglaublich gut gelungen mit schönen Illustrationen. 
Hörenswert: Déterre [Recto Verso] - Trop sensible [ZAZ] - Dans ma rue [ZAZ]


Konzert: Scotch et Sofa
Genauso französisch geht es mit der viel unbekannteren Band 'Scotch et Sofa' weiter, ein kleines, angenehmes Konzert und unglaubliche Lieder. Sie scheinen alles zu können, langsam und leise oder verrückt. Teilweise sind die Texte schon fast dadaistisch. Wie sie auftraten bestätigt nochmals, wie sympathisch sie sind.
Hörenswert: Je Glisse - Qui fait ça - Ça se

die Ausstellung


Paradise Paradoxe von Elodie Pong im Helmhaus Zürich
Im Helmhaus Zürich gibt es immer wieder gute Ausstellungen und ihr Konzept überzeugt mich einfach, ich verbringe meine Zeit gerne dort. Die neue Sonderausstellung von mir bisher unbekannten Künstlerin Elodie Pong ist etwas besonderes. Sie macht Aktionskunst und neben Videoinstellationen und überraschenden Audioeinwürfen, Neonlichtern und Räume, die in blosse Farbe getunkt scheinen, zielt sie auf die Nase ab. Jeder Raum riecht anders. So vermischen sich einerseits die Sinne, andererseits aber auch die einzelnen Räume. Schnell ist nicht mehr klar, ob der Raum tatsächlich riecht oder die Sinne vom Verlassen des letzten riechenden Raumes bloss verwirrt sind, genauso mit dem Licht. Auf jeden Fall empfehlenswert! 

Wie gefällt es euch, wenn ich euch so von meinem Monat erzähle? Es gibt nämlich einfach einige Dinge mehr, die ich euch noch empfehlen möchte oder wo ich das Bedürfnisse verspüre, darüber zu schreiben. Wünscht ihr euch diese auch in eigenen Posts - über Musik, Filme oder Ausstellungen? Ausserdem wurde mir klar, dass diese Aufteilung doch nicht ganz Sinn macht. Bei den Büchern zähle ich alle Gelesenen auf, bei der Musik und den Filmen nur meine Favoriten. Stört euch das? Ich bin gespannt auf eure Gedanken und euren Monatsrückblick!

In einer Buchhandlung

Heute möchte ich euch ein wenig von meiner kleinen Erfahrung im Buchhandel erzählen und euch in diesem Zuge gleich auch noch ein Buch vorstellen und dieses kurz rezensieren. Wie Karin von little words immer so schön sagt - Bücher über Bücher gehen immer. Ich füge hier gerne noch ein '-handlungen-' hinzu, denn ich finde, es gibt nur wenig Schöneres, als literarisch für den lokalen Buchhandel zu plädieren. 

[Natürlich sind das nur meine Erfahrung, die subjektiv sowie auch objektiv geschildert werden, wenn ich zum Beispiel von den Aufgabenbereichen schreibe oder von den Bestellzeiten, die von der Schweiz zu Deutschland variieren, der Landesunterschied bedingt auch, dass wir hier keine Buchbindung mehr haben und demnach Preise angepasst werden können.]

Es gibt hauptsächlich zwei Bereiche: den Vordergrund (was die Kundin sieht) und den Hintergrund, was bestenfalls versteckt vor sich geht. Im Vordergrund bedient man die Kunden, packt ihre Bücher (erstaunlich oft) als Geschenk ein oder bestellt Bücher. Immer wieder sucht man aber auch lange vergeblich nach einem Buch im Internet, das entweder vergriffen ist oder bei dem man Stichpunkte hat wie 'Das Cover ist blau, der Autor ist deutsch, könnte aber auch aus dem skandinavischen Raum stammen und es geht um einen Mann.' Frustration ist in eingen der Fälle also bereits vorprogrammiert. Meistens teilt man unter den Mitarbeiterinnen auf, welche Abteilung von wem betreut wird. Darum kümmert man sich, man stellt Bücher auf, aus und vor, im Schaufenster, im Buchladen, den Kundinnen. Ausserdem checkt man zu den zwei Bestellungszeiten den Bestand seiner Bücher, also die Bücher, die heute gekauft wurden und wann man sie eingekauft hat. Wenn das vor nicht allzu langer Zeit ein nicht allzu kleiner Bestand war, der nun weg ist, macht es Sinn, diesen Titel nachzubestellen. Wurde das Buch aber 2010 einmal gekauft und erst heute interessierte sich jemand dafür, kann man sich ruhig nochmal überlegen, ob man das beständig im Laden haben möchte. 

Der Hintergrund ist wohl neuer, aber deswegen nicht spannender. Täglich (ausser montags) kommen wahnsinnig viele Bücher von verschiedenen Versandshäusern an, welche man etikettieren muss, den Preis eventuell anpassen, Kunden, deren Bestellung ankam, Bescheid geben und vieles anderes. 

Ich glaube nun sagen zu können, dass ich das nicht kann. Ich kann nicht in einem Laden stehen von morgens bis abends (macht mich das vollständig arbeitsunfähig? Ich hoffe nicht). Denn tatsächlich ist ein Buchladen, der nicht dein eigener ist oder Bücher enthält, die dir alle zu hundert Prozent entsprechen, gar nicht so inspirierend, wie ich immer annahm. Mit der Zeit stumpft die ganze Aufregung ab und der Arbeitsalltag ist unglaublich monoton. Er kann tatsächlich viel Stress mitbringen. 

Ziemlich gut verstanden in dieser Arbeitssituation fühlte ich mich in Petra Hartliebs Autobiografie, die sich ziemlich auf die Eröffnung ihres eigenen Buchladens, aus einer Schnapsidee heraus, fokussiert und konzentriert. 



Aus einer Schnapsidee heraus bemühte sich  Petra Hartlieb im Urlaub gemeinsam mit ihrem Mann um eine gerade geschlossene Traditionsbuchhandlung in Wien - und bekam überraschen den Zuschlag. Von einem auf den anderen Tag kündigte sie ihren Job und begann mit ihrer Familie ein neues Leben in einer neuen Stadt, ohne zu wissen, worauf sie sich einlässt.
In diesem Buch  erzählt sie ihre eigene Geschichte  und die ihrer Buchhandlung. Einer Buchhandlung, die zum Wohnzimmer für die eigene Familie wird, und zum Treffpunkt für die Nachbarschaft. Mit Stammkunden, die zu Freunden werden, und Freunden, die Stammkunden sind.



Petra Hartliebs Stimme ist die einer Büchernarrin. Sie erzählt von schönen und von unglaublich stressigen Momenten, besonders von letzteren. Sie erzählt lustig davon, ehrlich und doch irgendwie sanft. Man hört in jedem Satz raus, dass sie Bücher liebt und dass die Entscheidung, die Buchhandlung in einem anderen Land einfach zu kaufen, die beste ihres Lebens war. Deswegen ist es so schön, das Buch zu lesen, denn es geht uns allen gleich. 
Ich finde die Aufteilung wahnsinnig gelungen, sie lässt den ziemlich monotonen Arbeitsalltag aufregend wirken und erzählt trotzdem genauso innig von diesem, wie von allen Höhepunkten in und um ihre Buchhandlung. Manchmal erzählt sie von ihrem Privatleben und wie ihre Familiensituation sich veränderte. Vor allem aber ist sie immer ehrlich, was wahnsinnig schön zu lesen ist.



Petra Hartlieb wurde 1967 in München geboren und ist in Oberösterreich aufgewachsen. Sie studierte Psychologie und Geschichte und arbeitete danach als Pressefrau und Literaturkritikerin in Wien und Hamburg. Seit 2004 betreibt sie mit ihrem Mann eine Buchhandlung in Wien. Gemeinsam mit Claus-Ulrich Bielefeld ist sie das Autorenduo einer Krimireihe, die im Diogenes Verlag erscheint.

Dumont / 210 Seiten / Kartoniert / 9.99 Euro [D]
Original Deutsch

neue bücher - m ä r z


Heute möchte ich euch  gerne mal wieder meine neuen Bücher zeigen - viel Spass!

Meine wundervolle Buchhandlung von Petra Hartlieb

Aus einer Schnapsidee heraus bemühte sich  Petra Hartlieb im Urlaub gemeinsam mit ihrem Mann um eine gerade geschlossene Traditionsbuchhandlung in Wien - und bekam überraschend den Zuschlag. Von einem auf den anderen Tag kündigte sie ihren Job und begann mit ihrer Familie ein neues Leben in einer neuen Stadt, ohne zu wissen, worauf sie sich einlässt.
In diesem Buch erzählt sie ihre eigene Geschichte  und die ihrer Buchhandlung. Einer Buchhandlung,  die zum Wohnzimmer für die eigene Familie wird, und zum Treffpunkt für die Nachbarschaft. Mit Stammkunden, die zu Freunden werden, und Freunden, die Stammkunden sind. Petra Hartlieb erzählt in einem schlagfertigen und humorvollen Ton, der jede Zeile zu einem grossen Vergnügen macht und jedes Kapitel zu einer Liebeserklärung an die Welt der Bücher.

Petra Hartliebs Buch hat sich schnell gelesen und meine Erwartungen bestätigt. Es ist nicht ausserordentlich speziell, aber als Buchliebhaberin immer wunderschön zu lesen. Die aufregende Geschichte vom Eröffnen eines eigenen Buchladens in einer mehr oder minder fremden Stadt beschreibt Petra Hartlieb, die dies nämlich auch durchzog, wahnsinnig spannend und genau. Schön werden Einzelheiten erzählt und Einblick in ein Szenario geboten, welches wir uns alle wünschen. Der ein oder andere Grund, weshalb wir uns das nochmals überlegen sollten, wird ebenfalls geboten. Mehr in meiner Rezension. 

Dumont / 210 Seiten / Kartoniert / 9.99 Euro [D]
G E L E S E N


Mr. Penumbra's 24-Hour Bookstore by Robin Sloan

The Great Recession has shuffled Clay Jannon away from life as a San Francisco web-design drone and into the aisles of Mr. Penumbra's 24-Houur Bookstore. But after a few days on the job, Clay discovers that the store is more curious than either its name or its gnomic owner might suggest. The customers are fewe, and they never seem to buy anything - instead, they 'check out' large, obscure volumes from strange corners of the store. Suspicious, Clay engineers an analysis of the clientele's behavior, seeking help from his variously talented friends. But when they bring their findings to Mr. Penumbra, they discover the bookstore's secrets exend far beyond its walls.

Nachdem ersteres mitdurfte, wollte ich bei diesem Bücherraubzug gerne bei einem Schema bleiben und kaufte mir dann noch dieses schöne Buch, mit welchem ich schon länger liebäugelte. Es erzählt keine wahre Geschichte, im Gegenteil. Trotzdem bin ich wahnsinnig gespannt und freue mich auf dieses Werk.

Picador / 290 Seiten / Kartoniert / ca. 18.00 Euro [D]
U N G E L E S E N


Liebesgedichte von Mascha Kaléko

Mascha Kalékos Lyrik ist bekannt dafür, dass sie die Leser mitten ins Herz trifft und ihnen oft aus der Seele spricht. In ganz besonderem Masse tut das ihre Liebeslyrik. Dieser Band versammelt Gedichte aus allen Schaffensphasen der Dichterin: lockere Grosstadtverse aus dem Berlin der Zwanzigerjahre, Exillyrik aus ihrer Zeit in New York, aber auch Verse und Entwürfe aus dem Nachlass - eine Kaléko'sches Liebeskaleidoskop aus fünfzig Schaffensjahren.

Mascha Kaléko schafft es mit ihren Worten immer wieder,  was in mir auszulösen. Die Gedichte, die ich von ihr bereits las, handelten vom Tod oder dem Lesen, ihre Liebesgedichte sind mir noch unbekannt. Dass dies geändert werden muss, ist eigentlich sowieso klar, aber nach diesem schönen Band, war es mir NOCH klarer. Ich freue mich sehr darauf. 

dtv / 110 Seiten / Gebunden / ca. 9.99 Euro [D]
U N G E L E S E N

Standpunkt beziehen, Fünf Essays von Susan Sontag 

Susan Sontag (1933 - 2004) war die vielleicht einflussreichste Stimme des intellektuellen Amerika. Standpunkt beziehen versammelt fünf wichtige kulturtheoretische Essays, der dritte ein ebenso hellsichtiger wie aktuell gebliebener Angriff auf hohle Politikerrhetorik im Angesicht des Terrors: Gegen Interpretation, Über Schönheit, Der 11.9.01, Fotografie. Eine kleine Summa, Das Foltern anderer betrachten

Susan Sontag ist wirklich wahnsinnig. Ich kann gar nicht aufhören, mich von ihren Gedanken inspirieren zu lassen. Nur zu gerne hätte ich sie gekannt. Als ich mir im Buchladen versprach, keine weiteren Bücher zu kaufen, und dieses Buch sah, war es um mich geschehen und ich machte eine Ausnahme. Natürlich bereue ich sie nicht. Ich liebe Essays und bin sehr gespannt, was mir Susan Sontag hier beibringen und erklären wird.

Reclam / 65 Seiten / Kartoniert / 5.00 Euro [D]
U N G E L E S E N


Il faut sauver Saïd de Brigitte Smadja

Saïd ist elf und Kind algerischer Einwanderer, ist begabt und motiviert und möchte gern ein guter Schüler sein. Aber die Verhältnisse am Collège in der Pariser Banlieue, auf das er geht, lassen ihm kaum eine Chance - die Disziplinlosigkeit der Klasse, der Lärm und Tumult, der während des Unterrichts herrscht, die Lehrer, von denen viele schon resigniert haben.  Und dann wird er auch noch in die kriminellen Machenschaften seines Bruders Abdelkrim hineingezogen. Il faut sauver Saïd: Saïd muss gerettet werden. Ob das gelingt?

Dies ist unsere aktuelle Französischlektüre. Das Thema finde ich sehr spannend und aktuell, es regt zu (ich gebs zu, sprachlich ein wenig holprigen) Diskussionen an. Die Sprache ist ziemlich einfach und doch treffend. Und wieder einmal wird klar, dass man am meisten durch das Lesen lernt. 

Reclam / 120 Seiten / Kartoniert / 4.00 Euro [D]
M O M E N T A N

Mimikry, Das Spiel des Lesens von Philipp Albers und Holm Friebe (Herausgeber)

Der grosse Literaturschwindel
Ein Salonspiel, ein Täuschungsmanöver und ein Zeitvertreib: 'Mimikry' versammelt 101 Schriftsteller, Journalisten und Künstler zur Literatur-Fälscherei: Wer einen Romananfang am glaubwürdigsten imitiert, eine markante literarische Stimme am besten trifft, gewinnt. Ein Kompendium der literarischen Bildung und Hochstapelei: zum Mitlesen und Mitraten.  

Blumenbar / 400 Seiten / Gebunden / 24.00 Euro [D]
G E L E S E N

Wir kommen von Ronja von Rönne

In Noras Heimatort gehört es sich, den Nachbarn zu grüssen, den Rasen zu mähen und am Ende des Lebens zu sterben. Dass sich plötzlich ausgerechnet Maja, Noras beste Freundin aus Kindheitstagen, an diese althergebrachten Regeln hält und einfach stirbt, kann Nora nicht glauben. Für eine Beerdigung hat Nora ohnehin keine Zeit: Nachts wecken sie Panikattacken, sie muss sich um eine Schildkrte kümmern und ihre einst so progressive Beziehung zu viert droht auseinanderzubrechen. Und dann fährt auch noch ihr Therapeut in Urlaub. Bis zu seiner Rückkejr soll Nora ihre Tage in einem Tagebuch dokumentieren. Also berichtet sie, wie sie sich mit Karl, Leonie, Jonas und einem schweigenden Kind ans Meer flüchtet, um das Verschworene zwischen ihnen zu retten. Doch statt hoffnungsvoller Zukunft drängt sich immer mehr die Vergangenheit in den Vordergrund. Es muss doch etwas geben, denken die vier, das sie wieder zusammenzuschweissen vermag, ein grosses Fest ewa. Oder ein Mord.

Ronja von Rönne war mir ein Begriff, nachdem ich ihren Artikel über Feminismus las. Der wird ihrer Meinung nach heute nicht mehr gebraucht. Trotzdem wollte ich was von ihr lesen, ihre Argumente hören. ('Ich bin keine Feministin, ich bin Egoistin.' / 'Früher gingen die Frauen noch für sich selbst auf die Strasse' - Quelle) Wie erwartet, gefiel mir ihr Buch auch nicht wirklich. Sehr holprig erzählt sie eine Geschichte, der ich nichts wirklich abgewinnen konnte. Es gab immer wieder gute Ansätze, schlussendlich wurde mir aber nicht richtig klar, was sie sagen wollte. Mehr in meiner Rezension.

Aufbau / 210 Seiten / Gebunden / 18.95 Euro [D]
G E L E S E N    

Und ein ganzes Jahr von Gayle Forman

Wer ist Willem wirklich? Was ist in diesem Jahr passiert? Und - was ist noch zwischen ihnen? [Band 2, Spoiler-Alert]

Ich habe den ersten Teil wahnsinnig genossen und konnte es kaum abwarten, weiterlesen zu dürfen. Der zweite Band aus einer anderen Sicht kam mir mindestens genauso gelungen vor, einige meiner liebsten Aspekte kamen nochmals deutlicher zum Vorschein. Mehr in meiner Rezension.

Fischer / 370 Seiten / Broschiert / 14.99 Euro [D]
G E L E S E N

Homo Faber von Max Frisch

'Homo Faber' wird der Schweizer Ingenieur Walter Faber beziehungsreich genannt, dem dieser erzählte Bericht in den Mung gelegt ist. Faber ist die vollkommene Verkörperung der technischen Existenz, die sich vor dem Zufall und dem Schicksal sicher glaubt. DIesen Faber, der das fünfzigste Lebensjahr schon überschritten hat, lässt Frisch systematisch mit der aussertechnischen Welt, dem Irrationalen, zusammenstossen. Faber bleibt davon zunächst unerschüttert: die Notlandung seines FLugzeugs in der Wüste, der Selbstmord seines ehemaligen Freundes im Dschungel von Mexiko  das bringt sein rational zementiertes Weltbild nicht ins Wanken. Ernsthaft wird es erst bedroht, als Faber durch die Ereignisse zu einem Rechenschaftsbericht über seine eigene Vergangenheit gezwungen wird. Ein junges Mädchen verliebt sich in ihn. Hineingezogen in das Stärkste, was das menschliche Leben an irrationalen Einbrüchen zu bieten hat, bricht sein frohgemuter Rationalismus zusammen.

Max Frisch lese ich wirklich gerne und so wurde es auch endlich Zeit, Homo Faber von  ihm zu lesen. Ich bin etwa ein Drittel in der Geschichte und muss mich sehr umgewöhnen. Konstruierte Geschichten finde ich immer ziemlich schlimm, und Homo Faber ist schrecklichst konstruiert. Aber darum geht's ja gerade. Uns etwas aufzuweisen und zu zeigen, dass Zufälle tatsächlich mal das Leben führen und dass es manchmal gut ist, alles erklären zu können, manchmal aber auch das Gegenteil davon. Aber ich weiss noch nicht und melde mich zurück, wenn das Buch  gelesen ist. 

Suhrkamp / 205 Seiten / Kartoniert / 8.00 Euro [D]
M O M E N T A N

Die Ungehörigkeit des Glücks von Jenny Downham

Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Grossmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary. Katie muss mit der fremden Grossmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary immer lfter grosser Aussetzer hat. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung von Glück...

Jenny Downhams Debut 'Bevor ich sterbe' hat mich zutiefst beeindruckt. Das, was viele andere Leute am Buch zu bemängeln haben, hat mich gerade fasziniert.  Denn die Hauptperson (welche an Krebs erleidet ist  und nicht mehr lange zu leben hat) ist unausstehlich. Und das ist natürlich gewollt von Jenny Downham. Gerade sowas finde ich richtig mutig, Charaktere zu erschaffen, die sich abheben vom üblichen Bild einer Teenagerin, die darüber hinausgehen und etwas Neues wagen. Charaktere müssen für mich nicht lieb, sondern stark und authentisch sein, und das sie Menschen so beschreiben kann, hat mir Jenny Downham zweimal bereits bewiesen. So ist natürlich klar, dass auch ihr neues Buch sofort gelesen wird.

C. Bertelsmann / 490 Seiten / Gebunden / ca. 18.99 Euro [D]

U N G E L E S E N



S T A T I S T I K

 neue Bücher | 10
Deutsch       | 9
  Englisch     | 1
Französisch | 1

Gelesen       | 4
Ungelesen   | 4
Momentan   | 2



Welche Bücher haben im März zu Dir gefunden? Ich  freue mich schon auf den Monat, in welchem ich alle meine Neuzugänge auf einem Foto präsentieren kann, welche ich auf meiner Hand balanciere. Welche nicht besonders stark ist. Übrigens habe ich jetzt neu oben die Kategorie 'Ungelesen'. Dort findet ihr meinen aktuellen Stand der ungelesenen Bücher und ich werde dort monatlich  auch immer weiter zählen - schaut gerne hier vorbei!

Herzlichst,
mara

#readdifferent märz - eine neue autorin entdecken - ronja von rönne

#readdifferent // Monat 1: Einen neuen Autor entdecken


  • Warum hast du dir diesen Autor/diese Autorin ausgesucht?
Von Ronja von Rönne habe ich zufälligerweise mal ein Artikel gelesen im Internet. Sie schrieb über ihre Meinung, dass Feminismus heutzutage überflüssig und unnötig wäre. Ich könnte ihrer Meinung wirklich gar nichts abbringen. Aber da der AUFBAU VERLAG meistens wirklich spannende und gute Bücher verlegt, wollte  ich mich an ein Buch von ihr wagen. Ich war immer noch ziemlich stinksauer auf sie und konnte mir nicht vorstellen, dass sich ihr Schreibstil, der im Artikel vor weit-hergeholtem Sarkasmus und überspitzter Ironie fettig triefte, in irgendeiner Weise verbessert hätte.

  • Wieso hast du bisher noch nichts von ihm/ihr gelesen?
'Wir kommen' ist Ronja von Rönnes Debut! Allerdings wäre ich wohl vorher trotzdem nicht auf etwas von ihr gestossen.

  • Welche Erwartungen hattest du an den Stil und die Geschichte?
An den Stil hatte ich, wie oben erwähnt, keinerlei Erwartungen. Daher hoffte ich auf eine umso bessere Geschichte...

  • Konnte das Buch deinen Ansprüchen gerecht werden?
Ja und Nein - wie man's nimmt. Tatsächlich musste ich mich wirklich durch ihr Buch quälen und mir gingen all die selbstmitleidigen Charaktere schneller auf die Nerven, als ich einen Viertel des Buches gelesen habe. Natürlich verstehe ich, dass dies genau der Clue der Geschichte war - Trotzdem. Über drei selbstsüchtige, naive und teilweise wirklich schwergestörte, verantwortungslose junge Erwachsene irgendwelchen Dinge nachhinken, welche sie sich a) nur vorstellen oder b) vielleicht wünschen, aber nicht vorstellen können zu lesen, kann ich wirklich nicht anders als 'anstrengend' bezeichnen. Dazwischen gab es durchaus Passagen, über welche ich mich köstlich (oder weniger köstlich) amüsieren konnte und die ich mir wohl hin und wieder in Erinnerung rufen werde. Aus der Idee hätte man sicher was machen können, aber trotz der geringen Seitenzahl von 200 dauerte mir das Buch einfach zu lange, was ja nie ein gutes Zeichen ist. Sie brachte mir zu wenig frischen Wind in die Sache. Rönne versuchte defintiv, was Neuartiges zu erschaffen und hatte immer wieder gute Ansätze (allerdings ist Polyamonie auch nicht wirklich alles...), jedoch verspielte sie sich diese meiner Meinung nach. Durch und durch schlecht ist das Buch also nicht, ich kann es aber wirklich nur eingeschränkt weiterempfehlen und bin gespannt, ob und was für positive Resonanz dieser Debutroman von Rönne bekommt. 

  • Würdest du erneut ein Werk von diesem Autor/dieser Autorin lesen? Wenn ja, welches?
Nein.


In Noras Heimatort gehört es sich, den Nachbarn zu grüssen, den Rasen zu möhen und am Ende des Lebens zu sterben.Dass sich plötzlich ausgerechnet Maja, Noras beste Freundin aus Kindheitstagen, an diese althergebrahcten Regeln hält und einfach stirbt, kann Nora nicht glauben. Fèr eine Beerdigung hat Nora ohnehin keine Zeit: Nachts wecken sie Panikattacken, sie muss sich um eine Schildkröte kümmern und ihre einst so progressive Beziehung zu viert droht auseinanderzubrechen. Und dann fährt auch noch ihr Therapeut in Urlaub. Bis zu seiner Rückkehr soll Nora ihre Tage in einem Tagebuch dokumentieren. Also berichtet sie, wie sie sich mit Karl, Leonie, Jonas und einem schweigenden Kind ans Meer flüchtet, um das Verschworene zwischen ihnen zu retten. Doch statt hoffnungsvoller Zukunft drängt sich immer mehr die Vergangenheit in den Vordergrund. Es muss doch etwas geben, denken die vier, das sie wieder zusammenzuschweissen vermag, ein grosses Fest etwa. Oder ein Mord.

Aufbau / 210 Seiten / Gebunden / 18.95 Euro [D]

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Aufbau Verlag!

Nur ein Tag... Und ein ganzes Jahr


Allysons Leben ist genau wie ihr Koffer - überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen.
 Sofort knistert es zwischen den beiden. Als freier, ungebundener Schauspieler ist Willem all das, was die 18-jährige Allyson nicht ist, und als er sie einlädt, mit ihr nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie ändert ihren Plan und geht mit ihm. Nach nur einem gemeinsamen Tag wird aus dem Knistern ein Brennen... Bis Allyson am nächsten Morgen aufwacht und feststellen muss, dass Willem nicht mehr da ist.

livresque amitié | Everything Leads To You

Wir suchen uns Bücher aus, die uns faszinieren und lesen diese dann gleichzeitig. Während und unmittelbar nach dem Lesen behalten wir unsere Gedanken nur bei uns und widmen sie einzig einem Notizbüchlein. Später tauschen wir dieses dann aus um an der Meinung der jeweils anderen teilzuhaben. Hier erfahren wir dann, ob wir das Gelesene gleich empfanden oder ob es Differenzen in unseren Ansichten zum Buch gibt. In den folgenden Beiträgen dieser etwas anderen Buchbesprechung werden auch die Seiten unserer schwarzen Notizbüchern abgebildet, damit auch ihr als Aussenstehende zwei direkte Auffassungen von ein und demselben Buch zu lesen habt. Wir sind wahnsinnig gespannt auf dieses Experiment. mehr über livresque amitié


über das bloggen | schreiben 2

Ich heisse euch herzlich Willkommen zu meinem zweiten Teil 'Über das Schreiben'. Heute möchte ich nicht über das Rezensieren, sondern ganz einfach über das Schreiben sprechen. 


Beim Schreiben sollst Du dich wohl fühlen, die Gedanken sollen sich  wohl fühlen, denn nur dann kommen sie hervor gekrochen aus ihrem Versteckt. Und ich versichere Dir, sie fürchten sich am meisten vor einem blitzblanken Word-Dokument mit vorwurfsvoll blinkendem Cursor. Wo kommen Geistesblitze? Vielleicht im kuschelig-warmen Bett oder im vollen Zug, von Menschen unterschiedlichster Kulturen umgeben und somit auch voller Inspiration... Gedanken zwingen bringt nichts. Sie möchten verwöhnt werden, vielleicht mit Schokolade und Tee und Wärme, damit sie gestärkt werden und sich in voller Pracht entfalten. Ich rate Dir den altmodischen und romantischen Weg - Tinte  und Papier. Dieser garantiert nämlich, dass Du Dir länger und sorgfältiger Gedanken machst, du wirst den Text eher nochmals überarbeiten. Auf Ideensuche übers Papier zu streichen ist übrigens verdammt hilfreich. Höre keine Musik, damit sie Deine Gedanken nicht übertonen - damit Du sie dann überhörst! - und sie nicht beeinflussen. Oder doch, wenn die Gedanken mitschwingen, die Wörter im Takt tanzen und es eine gute Hinterlegung des Schreibens ist (vielleicht the xx?). Verbarrikadiere Dich bitte nicht hinter Türen ('um Ablenkung zu vermeiden'), sondern lass die Gespräche rund um Dich laufen, mische mit. Wo Worte lauern, lauert auch  Inspiration - sei offen. Wenn immer mir ein Wort einfällt, welches ich mag und welches zum Buch passt, wird es notiert und vielleicht eingebaut. Aber vielleicht auch nicht - ich schaue diesen kleinen Zettel an und mir kommt eine völlig neue Idee, ich  schaue einen neuen Aspekt an. Wenn die Gedanken mal zu laut werden, wende Dich ab. Schreibe wenn möglich draussen, der Blick in die Landschaft signalisiert Weite und lässt deine Gedanken spüren, dass sie alle (genug!) Platz haben, so viel sie wollen. Und lass dich manchmal auch ablenken, sonst wirkt das Ganze letzten Endes verkrampft - arbeite mit den Händen anstatt mit dem Kopf. Halte aber immer was zum Schreiben bereit, denn dann werden die Gedanken nur noch so fliessen. Und wenn sie nicht kommen, dann versuche Brainstorming und lasse einzelne, gezielte Gedanken strömen. Aber verbinde sie auch, verknüpfe sie. Ich bin mir sicher sie sind alles Diamanten, aber wegen den harschen Übergängen wirken sie wie ungeschliffen. Gezielt dagegen wirken kannst Du, wenn Du 'bäckst'. Rühre um, mische was rein, nimm das raus, worüber man beim Lesen stolpert. Beim Ergebnis soll allen das Wasser im Munde zusammenlaufen, es soll fliessend sein. Denn fliessende, gute Gedanken zu lesen: das ist ein pures Glücksgefühl und genau dieses möchtest Du doch Deinen Leserinnen und Leser beschaffen.

» i write because i don't know what i think until i read what i say « FLANNERY O'CONNOR

Liebst,
Mara

Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance


Eigentlich hat Lucille Wichtigeres zu tun, als sich ausgerechnet in den vergebenen Zwillingsbruder ihrer besten Freundin zu verlieben. In ihrer Familie ist sie die Einzige, die die Dinge in die Hand nimmt: Geld verdienen, Rechnungen bezahlen, sich um ihre kleine Schwester kümmern. Da bleibt keine Zeit für grosse Gefühle. Aber wer kann sich schon wehren, wenn die wahre Liebe vor der Tür steht? Denn gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance.

Estelle Laures Debut durfte ich vorab lesen, und das tat ich wahnsinnig gerne. Allerdings zierte ich mich zu Anfang, mich wirklich an das Buch zu machen. Der Klappentext versprach meiner Meinung nach nicht zu viel, allenfalls eine ein wenig oberflächliche, kitschige und hauptsächlich voraussehbare Liebesgeschichte, von welcher wir als Leserin schon öfters Zeuge wurden. Doch ich wurde überrascht und muss wirklich sagen, dass sich bis auf den etwas theatralisch gewählten Schlussatz, der dann aber doch den Titel aufgreift, nicht wirklich was Gutes im Klappentext versteckt.

Neben der etwas tragischen Geschichte sprüht das Buch aber auch vor Freude und Glück, wie es der Titel bereits erahnen lässt. Die Protagonistin ist mir wider erwarten, wie das gesamte Buch auch, wirklich schnell ans Herz gewachsen. Sie hat immer mehr oder weniger weise gehandelt und war mir somit sympathisch. Natürlich ist weder die Idee noch die Umsetzung besonders originell, aber dennoch ist beides gelungen und in sich harmonisch, beides ergänzt sich schön. Mir gefällt es, dass das Buch eigentlich leichte Lektüre ist, aber dennoch nicht das banalste Thema behandelt. Allerdings nehme ich an, dass das Buch eines ist, welches man nach  dem Lesen leider schnell wieder vergisst.


Laures Schreibstil lässt alle Geschehnisse lebendig wirken und beschreibt feinfühlig Lucilles Gefühle. Der Einblick, den sie uns damit gibt, empfand ich während des Lesens als innig und schön, somit gelang ihr auch, mich an ihre Geschichte und die Personen zu binden, denn dieser Punkt ist mir fast der wichtigste bei einem Jugendroman. Ich möchte die Handlungen der Figuren nachvollziehen können, sie als Person wenn möglich verstehen können - dabei müssen sie mir natürlich keinesfalls ähnlich sein, aber ich möchte gerne mehr als ein Fragezeichen in ihnen sehen. Ich war unglaublich glücklich, dass mir auch die anderen Personen in ihren Persönlichkeiten zusagten und ich mich wohl auch im echten Leben mit ihnen verstehen würde. Sie liessen die Geschichte sehr viel leichter werden. 

Estelle Laure hat sich ein Thema ausgesucht, welches viel Potenzial hat und nach unterschiedlichen Aspekten anders verlaufen könnte. Ich habe nicht das  erste Mal davon gelesen, aber das steht gar nicht im Vordergrund. Sondern die erfreulich leichte Liebes-, Familien- und Selbstfindungsgeschichte. Ich wurde extrem positiv überrascht von dem Buch, dem Schreibstil und der Geschichte und mir wurde einiges offenbart, was ich so nicht erwartet hätte. Somit kann ich dieses Buch wirklich vielen, die nach einer schönen Auszeit suchen, die doch ein bisschen tiefer gehen soll, als die übliche Trivialliteratur, empfehlen und allen, die einfach Lust auf eine schöne Geschichte haben, welche noch ein bisschen mehr hat. Denn Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance war extrem kurzweilig, lustig, offen, ehrlich und berührend. 

Fischer / 255 Seiten / Gebunden (mit Schutzumschlag) / 14,99 Euro [D] 
"This Raging Light" / Amerikanisch / Sophie Zeitz

Herzlichen Dank an den Fischer Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

neue bücher - f e b r u a r


Heute wollte ich euch gerne die Bücher zeigen, welche im letzten Monat zu mir fanden. Eine spezielle Auswahl, die mich rein vom Anblick rührt. Leider habe ich noch nicht viele davon gelesen, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden!

Johnny und Jean von Teresa Präauer



Mach gute Kunst! Nichts Geringeres haben Johnny und Jean im Sinn, als sie sich nach dem Sommer in der Kunsthochschule wieder begegnen. Ein Sprung ins kalte Wasser steht am Beginn dieser Geschichte, und hundert Schritte sind noch zu tun für eine Weltkarriere in New York und Paris. Was dabei hilft: die Einflüsterungen der Alten Meister, gut gespitzte Buntstifte und eine Flasche Pastis. Und manchmal hilft das alles überhaupt nicht.
Was, wenn man beim Anblick von Blumen an Geschlechtsteile denkt? Was, wenn einem beim Baden die Polizei verhaften will? Was, wenn die Pin-Up-Girls den Magazinen davonlaufen? Wenn Europa in Flammen steht? Wenn einen der Wärter aus dem Museum wirft? Wenn der eigene Vater ein riesiger Zwerg ist? Wenn man Frauen mit französischen Vornamen liebt? Wenn man sich einen Goldzahn im Munde wünscht? Wenn die Kunst zu viele Katzen hat? Wenn der Teufel selbst unter Burn-Out leidet? Wenn man ohne Geld nach Zürich will? Wenn man Björk heiraten möchte? 

Einerseits erinnert mich der Klappentext an den momentan zum 100-jährigen Jubiläum hoch gefeierten Dadaismus, wodurch die ganze Welt gerade auf Zürich schaut, andererseits aber auch an das Genre, welches ich momentan am liebsten lese. Die Anspielung in Zürich ist übrigens ziemlich gelungen, denn das Abstruseste, was man machen kann, ist tatsächlich geldlos in diese Stadt zu kommen (dazu gibt es einige Gründe, beispielsweise unsere zauberhaften Buchläden, welche ich euch bald mal vorstellen werde...). Und natürlich muss ich zugeben, dass die Autorin auch ein grossartiges Cover gestaltet hat. Ich bin unglaublich gespannt auf dieses Buch.

Wallstein / 210 Seiten / Gebunden / ca. 19.90 Euro [D]
Original Deutsch
Ungelesen


 Mit anderen Worten Ich von Tamara Ireland Stone



Worte sind nicht Samanthas Freunde. Im Gegenteil: In endlosen Gedankenschleifenv erfolgen sie Sam und hinder sie daran, ein normales, unbeschwertes Leben zu führen. Aus Angst, als verrückt abgestempelt zu werden, verheimlicht Sam ihren täglichen Kampf sogar vor ihren Freundinnen.
Nur die unkonventionelle Caroline sieht hinter Sams Fassade und lädt sie ein, sich einem geheimen Dichterclub anzuschliessen. Hier erlebt Sam zum ersten Mal die befreiende Kraft von Worten und kommt sich seit langer Zeit selbst wieder nahe. Als sie sich in den klugen, zurückhaltenden AJ verliebt und gerade beginnt, vorsichtig auf ihr neues Glück zu vertrauen, stellt eine unerwartete Enteckung alles infrage.

Tatsächlich hat sich auch ein Jugendbuch hier verirrt. Mit anderen Worten ich hat ein Hauptthema, welches auch im Titel genannt wird. Worte. Zögernd erzählt es von einer Art, Worte lieben zu lernen. Samantha hat nämlich Zwangsstörungen - an sich schonmal ein superspannendes Thema. Kombiniert mit meinem Lieblingsthema wusste ich, dass das Buch von mir gelesen werden will. Das habe ich auch getan, glücklicherweise. Ich hoffe, ich kann euch diese herzerwärmende Geschichte mit meiner Buchbesprechung dann auch dahin legen.

Magellan / 330 Seiten / Gebunden / 16.95 Euro [D]
Aus dem Englischen von Sandra Knuffinke und Jessika Komina
Gelesen


Flammenwerfer von Rachel Kushner



1975: Die Hobby-Motorrafrennfahrerin Reno (so ihr Spitzname, nach ihrem Geburtsort) kommt nach einem Rekordversuch auf den grossen Salzseen nach Manhattan, um in die kreativ explodierende Künstlerszene SoHos einzutauchen. In einer Welt, in der die Grenzen zwischen Leben und Kunst verschwimmen, trifft sie auf eine Schar von Träumern, Revoluzzern und Phantasten: UNter ihenn auch Sandro Valera, erfolgreicher Konzeptkünstler und exzentrischer Erbe einer italienischen Reifen- und Motorrad-Dynastie, in den sie sich verliebt. Aber bei einem Besuch bei seiner Familie in deren Sommerresidenz am Comer See gerät sie in den Strudel einer echten Revolte, die sich in Streiks, Strassenkämpfen, Entführungen und Mord Bahn bricht...

Von Flammenwerfer las ich glaub das erste Mal in der Zeitung. Die Thematik interessierte mich sehr, sprach mich sofort an. Dann jedoch verlor ich das Buch wieder aus den Augen. Bis ich es in einer Bücherkiste vor einer lieben Person entdeckte und aufgeregt darauf zeigte, mich an diesen lobenden Artikel in der Zeitung erinnernd. Diese Person hat das Buch zufälligerweise auch schon gelesen, leider aber für schlecht befunden. Einen Vorteil hat die ganze Sache aber, denn ich bin nun stolze Besitzerin von Flammenwerfer. Fragt mich nicht, wann ich das nächste Mal Lust auf einen 500 Seiten Plus Schinken haben, aber das wird kommen.  

rowohlt / 560 Seiten / Gebunden (Leseex Kartoniert) / 22.95 Euro [D]
Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell
Ungelesen


Die wilde Ballade vom lauten Leben von Joseph O'Connor



Robbie und Fran kennen sich seit der Schule. Sie hängen rum, machen Musik und gründen eine Band, The Ships. Als sie von einer wenig glamourösen Tour durch sämtliche Colleebühnen der USA zurückkehren, verändert eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter alles. Auf den kometenhaften Aufstieg folgt ein bitterer Fall, der die Band auseinandereisst und den Gitarristen Robbie zu Boden ringt. Jahre später berühren sich die Lebensgeschichten der vier Bandmitglieder zu einem finalen Comeback.

Und dann wurde mir gleich noch ein weiteres Buch hinterhergeworfen, welches ich ebenso mit offenen Armen empfing. Die wilde Ballade vom lauten Leben hat nicht nur ein Cover, welches viele andere in den Schatten stellt, sondern eine Thematik, welche so musikverbunden ist, wie wenige. Ich freue mich sehr auf dieses wortwörtlich laute Leseerlebnis.

S.Fischer / 420 Seiten / Gebunden / 22.90 Euro [D]
Aus dem Englischen von Malte Krutzsch
Ungelesen


Anleitung für eine Revolution von Nadja Tolokonnikowa



Mit zehn Jahren wird Nadja Tolokonnikowa Feministin, mit sechzehn Philosophiestudentin, mit einundzwanzig Mitbegründerin von Pussy Riot. Als Putins Richter sie verurteilen, nutzt sie die Bühne des Gerichts für eine Verteidigung der Freiheit. Und während ihr Land sich patriotisch beseelt der autokratischen Herrschaft ergibt, beharren sie und ihre Mitstreiterinnen darauf, dass Widerstand möglich ist und Kunst eingreifen kann. In Anleitung für eine Revolution erzählt Tolokonnikowa ihre Geschichte, von den ersten Aktionen im Geiste der Riot-Grrrl-Bewegung bis zu den brutalen Erfahrungen im Arbeitslager. Ihr Buch - zart, laut und mitreissend - ist eine Ermutigung zum Eigensinn im Angesicht politischer Gleichgültigkeit. Denn ziviles Engagement ist keine Heldentat, sondern eine Notwendigkeit. Und Menschenrechte sind überall bedroht - nicht nur in Russland.

Momentan lese ich das Buch einer Pussy Riot Mitbegründerin. Kapitel 0, die Einleitung, sagte mir in allen Aspekten zu. Auf eine eigensinnige Weise verbindet Nadja Tolokonnikowa in ihrem Manifest ihre eigenen Erlebnisse und ihre Aufforderungen, loszuziehen und zu kämpfen - für Frauen-, für Menschenrechte. Am 8.März ist Internationaler Frauentag, während am 12.März der Internationale Frauenaktionstag ist. Dann kann man gerne auf die Strassen gehen und kämpfen, aber auch intelektuelle und kulturelle Begleitung am 8. März ist jedenfalls meinerseits erwünscht, deswegen frage ich mich, ob ich das Buch noch kurz zur Seite zu lesen. Andererseits habe ich auch keine Lust, mich nach Feiertagen zu richten. Für den Schönheitseffekt wird im Monatsrückblick dann wahrscheinlich stehen, dass ich das Buch superpassend gelesen habe, am 8. März. Ob dem so ist, oder ob ich das Buch jetzt gleich noch in mir aufsagen werde, kann ich nicht sagen.

Hanser / 225 Seiten / Broschiert / 17.90 Euro [D]
Aus dem Russischen von Friederike Meltendorf und Jennie Seitz
Gerade am Lesen

Kennt ihr Bücher davon?
Was zog bei euch Buchisches so ein im Februar?

love x style x life


Garance Doré, die Stimme hinter dem gleichnamigen Erfolgsblog, begeistert Millionen vono Lesern weltweit mit ihrem unverwechselbaren Stil. In love x style x life erzählt sie von Mode, Schönheit, Leben und Liebe, von Paris bis New York. Und sie inspiriert dazu, einen mühelosen und persönlichen Look zu entwickeln.
Hier ist alles vereint, was Modefans lieben: tolle Fashion-Fotos und Illustrationen, aussergewöhnlichen  Layout mit Liebe zum Detail und Dorés besonderes Erzähltalent. Die Französin gibt Tipps zu Mode und Beauty, verrät, wie man in allen Lebenslagen stilvoll auftritt, und nimmt uns mit hinter die Kulissen der Modewelt. Sie zeigt, wie man Zara mit Chanel kombiniert, wie man die Liebe findet und wie man sich selbst treu bleibt. 

Mosaik Verlag / 270 Seiten / Gebunden / 29,90 Euro [D]
aus dem Amerikanischen von Isabella Bruckmaier / illustriert von Garance Doré

Ich widme mich gerne manchmal auch Büchern, welche nicht Belletristik sind. Gerade Bücher, welche es schaffen, unter anderem Mode mit Leben und Stil zu verbinden (Stil in allen Lebenslagen natürlich laut Klappentext), interessieren mich grundsätzlich. So war ich auch ganz glücklich, als love x style x life bei mir eintrudelte und begann, nach vielen begeisterten Meinungen motiviert, gleich mit dem Lesen.
Gerade der erste grosse Teil des Buches hat mir gefallen. Garance Doré (hab tatsächlich vorher noch nie ihren Namen gehört) erzählt darin, wie sie aufwuchs und in welcher Beziehung sie mit Mode stand. Mir gefiel hier der persönliche Bezug, welcher nicht nur ansprechend bebildert, sondern auch mit ihrer Sprache geschildert wurde. Tatsächlich empfand ich diesen Aspekt - den Schreibstil - aber im Laufe des Buches immer wieder anders. 
Aber etwas zog sich durch die gesamte Länge - meine Vorlieben. Jede Passage, die irgendwelche persönlichen Erlebnisse vereinte, las ich einfach viel lieber. Ich hatte das Gefühl, wirklich eine Person dahinter kennenzulernen, hatte das Gefühl, mit 'ner Freundin über belanglose und doch uns am Herzen liegende Probleme zu sprechen. Und tatsächlich hatte ich hin und wieder ein dankbares Lächeln im Gesicht, wenn mir ein Trick verraten wurde, von dem ich erwartete, dass er mir noch lange etwas bringt.



Wie das immer so ist, gibt es aber einfach beide Seiten. Neben persönlichen Einwürfen wurde mir stellenweise einfach zu lange herumgeplappert. Ich selbst lege Wert auf Mode und Schönheit, aber in gesunden Mass, so, dass es für mich stimmt. Diesen Aspekt merkt man zwar auch bei Garance Doré, wie sie sich wohlfühlt, aber irgendwie war ich hin und wieder auch ein wenig abgeschreckt. Sie liess die Mode meiner Meinung nach manchmal plump und einfallslos wirken und zeigte dadurch nur zu deutlich, dass das Thema bloss an der Oberfläche kratzt. Unter anderem, weil sie von billigen Brands wie von teuren Marken sprach und selten bis nie auf das Thema qualitative Stoffe, Nachhaltigkeit oder auch Kinderarbeit aufmerksam macht. Für mich ist all dies miteinander verbunden und tragen meinem Wohlfühlgrad beim Tragen der Kleidung deutlich bei, sind damit also nennenswert. Eine solche Auseinandersetzung mit Mode ist für mich  essentiell, wenn man sich in solcher Tiefe mit Mode befasst und beschäftigt.
An ihrem Schreibstil habe ich tatsächlich auch was zu bemängeln - sie hat jahrelange Blogerfahrung und daraus könnte man  schliessen, sie wüsse sich auszudrücken. Manchmal hatte ich das Gefühl, seitenweise steife Zitate zu lesen - ihr Schreibstil empfand ich hin und wieder als alles andere als mühelos.
Ähnlich erging es mir bei den Parts, die von ihren zwei grossen Städten Paris und New York berichten. In New York war ich mal für einen Monat und Paris erlebe ich seit Jahren immer wieder. Sie bediente sich an Stereotypen und liess sich auf Klischees sacken, welche eigentlich interessant wären - wenn man sie vielleicht kritisch beäugt und ihrer Abstammung hinterfragten. Leider war auch dies nicht der Fall. 


Zum Glück gab es neben der anfänglichen Begeisterung auch im umfangreicheren Mittelteil immer wieder stellen, welche mich glücklich machten. So gefiel es mir zum Beispiel ausgesprochen gut, als Garance Doré ihre Beauty-Essentials, alle sehr schlicht und zurückgenommen, vorstellte oder auf ihr selbsternanntes 'Nomadenbüro' zu sprechen kam. Einfach, weil das Themen sind, welche mein Herz wecken und mich interessieren und wo ich mir gerne auch mal reinreden lasse. Mode ist halt immer schwer, in Worte zu fassen, weil man sie dann schnell wieder vereinheitlicht und somit manchen Personen den Spass daran nimmt - wenn man Worten einer Person denn solche Beachtung schenkt. Ich freue mich allerdings jetzt schon auf den Tag, an dem ich jemanden entdecke, mit der/dem ich stundenlang über belanglose Themen und Aussehen reden kann und nicht das Gefühl habe, meine Zeit zu verplempern. Denn eigentlich ist Mode ja wichtig... Bevor ich meinen eigenen Essay beginne, möchte ich das Buch dennoch jenen ans Herz legen, welche ausführlich über das Leben einer mehr oder weniger inspirierenden Persönlichkeit und über unterschiedliche Themen, egal wie Pinterest-Zitat-Inspiriert sie auch sein möchten, lesen wollen. Denn es gibt durchaus Stellen, welche mir wohl auch noch in Zukunft zur Seite stehen und mich tatkräftig bei einigen zukünftigen Gelegenheiten unterstützen werden. Vielleicht nur nicht, wenn Mode gefragt ist.

Garance Doré,
von der New York Times als 'Wächterin des Stils' bezeichnet, ist eine der weltweit bekanntesten Fashion-Bloggerinnen. Neben ihrem Blog arbeitet sie als Fotografin, Illustratorin und Autorin für zahlreiche Modemarken und Zeitschriften, darunter Vogue, The Wall Street Journal, The New York Times, Elle und The Guardian. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem renommierten CFDA Eugenia Sheppard Media Award ausgezeichnet. love x style x life ist ihr erstes Buch. Garancé Dore lebt in New York.

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Mosaik Verlag!

f e b r u a r

Anfangs Februar hatte ich Ferien dringest nötig, und die bekam ich dann auch. Trotzdem habe ich nicht unbedingt so viel gelesen, wie ich mir gewünscht habe. Die Bücher waren dafür aber alle fast schon bahnbrechend und ich kann gar nicht mehr aufhören, von einigen zu schwärmen.