maybe someday - livresque amitié



Das Letzte, was Sydney will, als sie bei dem attraktiven Gitarristen Ridge einzieht, ist, sich in ihn zu verlieben. Zu frisch ist die Wunde, die ihr Ex hinterlassen hat. Und auch Ridge hat gute Gründe, seine neue Mitbewohnerin nicht zu nah an sich ranzulassen, denn er hat seit Jahren eine feste Freundin: Maggie – hübsch, sympathisch, klug, witzig. Und dann passiert es doch. Als Sydney beginnt, Ridge beim Songschreiben zu helfen, kommen sie sich näher als erwartet. Auch wenn beide die Stopptaste drücken, bevor wirklich etwas passiert, können sie nichts gegen die immer intensivere Anziehung ausrichten, die sie zu unterdrücken versuchen – vergeblich.





Mara: Nun ist einige Zeit vergangen, seit ich das Buch gelesen und meinen Kommentar dazu geschrieben habe. Wie befürchtet ist bei mir wieder ziemlich viel von der Story vergessen. Hoovers Bücher kommen bei mir meist zur richtigen Zeit, dass ich sie geniessen und schnell durchlesen kann, aber viel bleibt nicht. Es ist ein schnelles und damit bestimmt kein hochliterarisches Vergnügen, aber wenn man es mag, kann man sich gut darauf einlassen. Das beweist auch unser kleines Experiment - ich besitze das Buch auf Englisch, Anaïs auf Deutsch, wir haben beide eine Hälfte in der einen und den Rest dann in der anderen Sprache gelesen. Ihr einfacher, schlichter Schreibstil ist in beiden Sprachen fliessend und ihre Worte können gut adaptiert werden - den Unterschied bemerkt man kaum mehr. Dennoch braucht man immer wieder mal etwas in diese Richtung, und in schnulzigen Liebesdramas findet Colleen Hoover immer die richtigen Töne - allerdings würde ich andere Bücher der Autorin 'Maybe Someday' bevorziehen. Aber schaut selbst, ob euch die Autorin und ihre Bücher ansprechen und erfahrt dann, wie ihr das Gelesene mögt.

Anaïs: Colleen Hoover habe ich lange als eine meiner Lieblingsautorinnen bezeichnet - da mich die Bücher einfach unglaublich fasziniert haben und mir die Geschichten so nah gingen. Heute tue ich das nicht mehr, da mir der Inhalt ihrer Bücher schlicht und einfach nicht mehr genügt, um sie als meine Lieblingsautorin zu bezeichnen. Das letzte Buch, das ich von Hoover gelesen habe, war 'Love and Confess', was mir gar nicht gut gefiel. 'Maybe Someday' hat mich allerdings erneut überzeugen können. Ich denke allerdings nicht, dass dies daran liegt, dass dieses Buch ein literarisches Meisterwerk ist, sondern vor allem meine Stimmung während des Lesen hat dazu beigetragen. Es war seit längerem wieder das erste Buch, zu dem ich gerne gegriffen habe und das ich  ganz schnell durch hatte. Wie Mara schon meinte - kein Renner, mit keinem speziellem Inhalt. Ich finde aber doch, dass Colleen Hoover die Fähigkeit hat, immer wieder eine gute Mischung zwischen der Liebe und den anderen Dingen des Lebens zu finden und diese zu schildern. Extrem kitschig, aber früher oder später, wird wohl jede_r einmal in eine ähnliche Situation geraten, wie sie diese beschreibt. Ich bewundere jeden Schriftsteller und jede Schriftstellerin, der/die es schafft, so viel Gefühl zu erzeugen, dass man es beinahe spüren kann. Hier ging es mir auch ein bisschen so. Beim Lesen muss man sich allerdings darauf einlassen, wie Mara bereits sagte, ansonsten, ist die ganze Geschichte nur unbedeutender Kitsch, und das konnte ich.


die sprache des wassers - buchbesprechung {mara}


mixtvision / 230 Seiten / Gebunden / 'The Weight Of Water', Englisch / Cordula Setsman / ca. 15 Euro

Nur mit einem Koffer und einem Wäschesack im Gepäck nehmen sich Kasienka und ihre Mutter auf nach England. Doch das Leben dort ist einsam. In der Schule wird sie mit dem Gespött der Mitschüler konfrontiert, zuhause weint die Mutter dem verschwundenen Vater nach. Nur die Begegnung mit William lässt sie neue Hoffnung schöpfen.

In diesem kleinen Buch steckt so viel, eine wunderbare, berührende Geschichte, welche in aussergewöhnlicher Form erzählt wurde. Die Autorin Sarah Crossan begeisterte mich schon mit 'One', welches chronologisch später erschien als dieses Werk, mit ihrem 'Free Verse'. Wir lesen kleine Gedichte, die nicht nur thematisch etwas gemeinsam haben, sondern einen roten Faden, die gleichen Protagonistinnen und Protagonisten und uns so eine Geschichte erzählen. Diese einzelnen Seite bekommen durch die Versen unglaublich viel Tiefgang, es ist einfacher, so zwischen den Zeilen zu lesen als bei Prosa, was das Buch einerseits zwar einfach macht, aber ich würde es dennoch anspruchsvoll einstufen.

Denn gerade auch die Story, die Kasienka so speziell erzählt, ist keine leichte, im Gegenteil. Dafür legt Sarah Crossan ihrer/unserer Protagonistin behutsam eine solch unglaublich sensible Sprache in den Mund, welche manchmal gewollt poetisch ist, dann wieder so verzweifelt naiv, dass sich ebenfalls eine 'poetische' Ehrlichkeit und eine tiefe Wahrheit darin verbergen. Sie versteht, dass der Schmerz oft von Unverständnis und der daraus resultierenden Unsicherheit überdeckt wird, aber gerade bei der Selbstreflexion einen ungeheuer grossen Raum einnimmt. Die Balance von beidem zu finden, einmal das grosse Fragezeichen, gefolgt von einer kläffenden Leere, dann aber auch der blinde, stechende Schmerz, ist wahrlich eine Meisterleistung und hier wunderschön ausgewogen zu finden.

Ich habe beim Lesen ihrer Bücher immer das Gefühl, alle Bücher müssten in Free Verse geschrieben sein, dass dies der einzige Weg sei, um Gedanken wirklich freien, unbeeinflussten Raum zu geben - es wirkt so natürlich und echt auf mich als Leserin, und so anders, intensiv und inspirierend auf mich als Schreiberin.

vivre avec des livres - alles neu

Nun sind wir zu zweit. Also eigentlich schon seit der Buchmesse in Frankfurt - wir sind Mara und Anaïs und von nun an führen wir vivreavecdeslivres zusammen. Vielleicht haben es einige schon bemerkt, dass in letzter Zeit nicht wie gehabt nur Mara die Posts verfasst hatte, sondern sie dabei etwas Unterstützung erhalten hat. Mit dieser gehen auch weitere Veränderungen einher. Wir wollen euch jetzt und hier darüber ein bisschen informieren. 


Beginnen wir bei unseren Kategorien. Wie gehabt werdet ihr bei uns Buchbesprechungen finden, in gewöhnlicher Form oder im Rahmen unseres Projekts livresque amitié. Weiter möchten wir uns und euch das Thema Feminismus näher bringen, öfter darüber lesen, schreiben und berichten. Sicher einmal im Monat erwartet euch ein Post rund um dieses uns so wichtiges Thema. Etwa im selben Rhythmus werden wir euch in unserer neuen Kategorie: Filmbesprechungen, einen Filmtipp ans Herz legen, oder uns kritisch über diese bewegten Bilder äussern. Hier, wie auch in der Literatur möchten wir den Augenmerk nicht mehr unbedingt auf Neuerscheinungen legen, sondern auch ältere Werke mit einbeziehen und euch vorstellten. Genau so entfernen wir uns ein bisschen von der Jugendliteratur und wenden uns mehr und mehr der Erwachsenen Belletristik zu. Gegen Ende des Monats werden wir euch berichten, wie wir diesen erlebt haben, im persönlichen und kulturellen Sinne. Einen weiteren Fokus legen wir von nun an auf das Schreiben, sei es in kurzen Essays oder einfachen Gedankengänge, die wir mit euch teilen. Hin und wieder trauen wir uns auch in die 'wilde welt' hinaus und zeigen euch, welche Konzerte, Theater, Museen oder Ausstellungen wir sonst so besucht haben. Eine weitere Rubrik, die uns sehr am Herzen liegt.
Jeden Mittwoch und jeden Sonntag erwartet euch genau hier ein neuer Beitrag von uns. Seit der Buchmesse haben wir jeden Post gemeinsam, neben einander sitzend oder am Telefon besprechend, verfasst. Dies wird auch so bleiben, nichtsdestotrotz werden auch einzelne Beiträge von uns hochgeladen und dies wird dann dementsprechend gekennzeichnet.
Übrigens haben wir auch einen Instagram Account erstellt und es würde uns sehr freuen, wenn ihr uns auch hier verfolgen würdet.

Wir sind gespannt und freuen uns sehr, wir hoffen natürlich, ihr alle auch!